Im Rahmen nationaler und europäischer Abstimmungen zur Darstellung mikrobiologischer Daten zeichnet sich im Zusammenspiel von LOINC und SNOMED CT ein post-koordinierender Ansatz ab. Dabei beschreibt der LOINC-Code primär den Analyten, also das, was der Test untersucht (LOINC-Achse „component“). Materialart („system“) und Nachweismethode („method“) werden nicht im LOINC-Code selbst festgelegt.
Grund dafür ist die Vielzahl möglicher Kombinationen aus Pathogen, Gen, Antigen oder Antikörper, unterschiedlichen Materialien und verschiedenen Methoden. Würde jede Kombination als eigener LOINC-Code abgebildet, entstünde eine kaum handhabbare Menge an Codes. Daher soll LOINC vor allem das konkrete Target in der Achse „component“ beschreiben. Bei unspezifischen Fragestellungen, etwa dem kulturellen Nachweis eines Erregers, kann ein allgemeiner Code wie „41852-5 Microorganism or agent identified in Specimen“ verwendet werden. Wird ein spezifisches Target untersucht, soll dieses entsprechend in „component“ benannt werden. Weitere Angaben werden getrennt erfasst: Die Materialart wird in „Specimen.type“, die Methode in „Observation.method“ mit SNOMED CT beschrieben.
Die genaue Ausgestaltung wird derzeit noch mit Stakeholdern wie mio42, der Medizinischen Informatik-Initiative, HL7 Deutschland und dem BfArM abgestimmt. In der Praxis werden jedoch weiterhin LOINC-Codes genutzt, die „system“ und „method“ enthalten, teils auch, weil passende Codes für einen strikt post-koordinierenden Ansatz noch fehlen. Daher sind für die Labormeldung weiterhin ausgewählte LOINC-Codes mit Spezifizierung von Material und Methode zugelassen.
Da einige Labore Schwierigkeiten bei der Nutzung rein analytspezifischer LOINC-Codes haben, kann übergangsweise der allgemeine Code „41852-5 Microorganism or agent identified in Specimen“ verwendet werden. Der nachgewiesene Erreger wird dann mit SNOMED CT aus den erregerspezifischen AnswerSets in „Observation.value.CodableConcept“ angegeben. Negative Testergebnisse lassen sich so jedoch nicht übermitteln, weshalb dieses Vorgehen langfristig nicht interoperabel ist. Derzeit ist dies vertretbar, da über DEMIS ausschließlich positive Nachweise gemeldet werden und andere FHIR-Übermittlungssysteme noch nicht produktiv sind. Perspektivisch soll sich DEMIS an einer national abgestimmten semantischen Strategie orientieren.
Durch die Darstellung der fachlichen Inhalte als unabhängige Variablen, wird auch das Stammdatenmapping weniger Komplex, da die Variablen frei kombinierbar sind. Zum Zweck des Stammdatenmappings haben wir Übersichten erstellt, siehe: Gibt es eine Übersicht aller benutzten Codes (SNOMED-CT und LOINC)?
Weitere Informationen finden Sie in folgenden FAQ für Labore: